
Petru Rares, princes of Moldovei
Das Mittelalter
Die Schlachten, die von Fürst Mircea dem Alten - Mircea cel Batrân (1386-1418), Dracula - Vlad Tepes (1456-1462) und Stefan der Große - Stefan cel Mare (1457-1504) gegen das osmanische Reich geführt wurden, ermöglichten es der Wallachei und der Moldau ihre Staatsunabhängigkeit zu behalten. Im l5 Jh. wurde Cetatea Dambovitei (Bukarest), ein wichtiges Handelszentrum auf dem Handelsweg nach Konstantinopel, gegründet.
Im 16 Jh. wurden die zwei Fürstentümer gezwungen, sich der Führung des osmanischen Reiches unterzuordnen durch Gesetze, die "Capitulatii" (Kapitulationen) genannt wurden. Die rumänischen Fürstentümer bewahrten ihre Staatsexistenz, ihre eigenen politischen, militärischen Strukturen sowie die Verwaltungsstrukturen, ihre Gesetze und ihre soziale Organisation, mußten aber dem Sultan einen jährlichen Tribut zahlen; die rumänischen Fürstentümer bewahrten ihre Autonomie und vermieden ein massives Einsiedeln der Moslems auf ihren Gebieten.
Nach der Schlacht von Mohacs (Ungarn) im Jahre 1526, und dem Fall des ungarischen Reiches, wurde Siebenbürgen ein autonomes Fürstentum unter osmanischer Oberherrschaft, mit einer ähnlichen politischen Regierung wie die in der Wallachei und in der Moldau. Dieser Status ist unter anderem auch der Grund für steigende wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zwischen den rumänischen Fürstentümern, die auch den Vorteil der einheitlichen Sprache und -und in manchen Gebieten - der gemeinsamen Traditionen und das historische Erbe teilten.
Die schwerste Last der osmanischen Oberherrschaft war nicht die politische sondern die wirtschaftliche. Gegen Ende des 16 Jh. wurde der Tribut stets erhöht und die Güterforderungen aller Art z.B. Schafe, Getreide, Bauholz zu einem sehr niedrigem Preis, hatten keine Grenzen; Konstantinopel war auf Lieferungen der rumänischen Fürstentümer angewiesen.
Eine wichtige Phase der rumänischen Geschichte wurde von der Herrschaft von Michael dem Tapferen geprägt (Mihai Viteazul), zwischen 1593-1601, der als erster für eine kurze Zeit alle drei Fürstentümer Rumäniens Siebenbürgen, Wallachei, und Moldau regiert und verwaltet hat. Michael der Tapfere schloss sich dem Christlichen Bund mit österreich, Mantua, Ferrara, Spainien, an und gewann die Schlachten von Calugareni und Giurgiu gegen die Türken (1595) - um die Unabhängigkeit seines Landes wiederzugewinnen. Sein Siegel, der das Wappen der drei vereinten rumänischen Fürstentümer darstellt, ist ein Symbol seines Vorhabens die drei Länder, die von Rumänen bewohnt werden, unter einer Regierung zusammenzubringen. Er nannte sich selber Fürst der Wallachei, Siebenbürgens und gesamt Moldau. Doch die Großmächte - österreich, das osmanische Reich und Polen - waren gegen eine solche Politik, so dass die Vereinigung von kurzer Dauer war. Dennoch ist die Idee der Vereinigung am Leben geblieben und gab dem Kampf der Rumänen für die Gründung eines unabhängigen Nationalstaates neue Motivation.
In den Zeiten des Friedens, als die Rumänen nicht gezwungen waren für ihre Unabhängigkeit zu kämpfen, orientierten sie sich in Richtung Kultur und Kunstwerke. Imposante fürstliche Paläste wurden bei Câmpulung-Muscel, Curtea de Arges und Târgoviste in der Wallachei, bei Suceava und Iasi in der Moldau gebaut, zusammen mit einer Anzahl von Verteidigungsstädte (Poienari, Cetatea Neamtului, Suceava, Chilia, Cetatea Alba usw.) und wunderschöne Klöster (Tismana, Cozia, Dealu, Curtea de Arges, Neamt, Putna, Voronet, Sucevita, und viele andere), deren künstlerischer Wert weltweit anerkannt wurde. In Siebenbürgen entstanden die von den Sachsen erbauten Wehrkirchen/Kirchenburgen, zum Schutz gegen Türkeneinfälle. Am Anfang des 16 Jh. (1508) ist der Gebrauch des Druckes in den rumänischen Staaten bestätigt worden, nachdem die Buchdruckerkunst aus Siebenbürgen in die rumänischen Fürstentümer vordrang. Die Druckschrift gewann an Bedeutung unter der Herrschaft von Matei Basarab (1632-1654) in der Wallachei, Vasile Lupu (1634-1652) in der Moldau, Serban Cantacuzino (1678-1688) und Constantin Brâncoveanu (1688-1714) in der Wallachei. Der letztere ist für seine Residenz bei Mogosoaia, in der Nähe von Bukarest sowie für seinen tragischen Tod im 1714 bekannt, als er und seine vier Söhne von den Türken geköpft wurden. Die religiösen und Laienbücher die in dieser Zeit gedruckt wurden, hatten einen breiten Umlauf durch -den Süd - Osten Europas und dem Christlichen Osten.
Im 18 Jh. ereignete sich der Fall des Osmanischen Reiches und der Aufstieg des Russischen und der österreichischen Monarchie. Die Frage des Ostens wurde zum Kern der europäischen diplomatischen Debatten. Die rumänischen Fürstentümer durchliefen eine Periode politischen Niedergangs aufgrund der Beteiligung ausländischer Mächte. Als Folge des Friedens von Karlowitz (1699), fiel Siebenbürgen unter österreichische Herrschaft. Die Provinz blieb jedoch ein autonomes Fürstentum.
Um den Prozeß der Befreiung in den rumänischen Fürstentümern abzuwenden, aber auch aufgrund von Streitigkeiten mit den Habsburgern und den Russen, wählten die Osmanen Phanarioten-Fürsten an ihr Ruder (der Name kommt von dem Phanarenbezirk Istambul, von wo die Türken für gewöhnlich ihre Dolmetscher auswählten, d.h. die ausländischen Minister). Mit der Hilfe dieser neuen Fürsten - die eigentlich hohe türkische Beamte waren, hoffte das Reich die Kontrolle über die Wallachei und über die Moldau zu behalten. Gleichzeitig wuchs die osmanische politische und wirtschaftliche Beaufsichtigung aber auch die Korruption. Ungeachtet seiner eigenen Entscheidungen. begann das osmanische Reich die rumänischen Gebiete zu benutzen, als ob sie sein eigener Besitz wären. Jedoch bei den Verhandlungen des Friedens von Passarowitz (1718), gaben die Türken Oltenia ab an das Habsburgische Reich, unter deren Herrschaft sie auch blieb, bis zum Abschluß des Belgrader Friedensvertrages (1739). Im Jahr 1775 bekamen die Habsburger eine ähnliche "Spende" - und zwar das Gebiet Bukowina, später 1812 gefolgt von Bassarabien - das Gebiet zwischen dem Prut und dem Dnestr, das zu Rußland angeschlossen wurde.
Dennoch bedeutete die Phanariotenregierung (die in der Moldau und in der Wallachei in den Jahren 1711 beziehungsweise 1716 etabliert worden war und bis 1821 dauerte) mehr als eine Beschränkung der Autonomierechte der zwei Länder, da manche dieser Fürsten eine Reformpolitik unterstützten, die sehr erleuchtend als Despotismus zu erkennen war, mit der Absicht, die rumänische Gesellschaft auf Gleichstand mit den neuen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Trends Europas zu bringen. Wichtige Reformen wurden eingeführt, wie zum Beispiel die Abschaffung der Leibeigenschaft oder eine Reihe von rechtlichen änderungen und änderungen in der Verwaltung. Gleichzeitig mit der kulturellen Bewegung in Rumänien, förderten die Phanarioten einen neo-griechischen Stil. Der griechische Einfluss auf die Kirche und auf das kulturelle Leben breitete sich aus.