Ein kurzer Blick auf das Menschenleben im Donaudelta im Laufe der Geschichte
Die meisten verbliebenen ehemaligen Siedlungen im Donaudelta sind heute kleine Fischerdörfer mit etwa 15.000 Einwohnern und mit einem Gemeinschaftsleben, der auf traditionellen Aktivitäten wie Fischen, geringe Landwirtschaft, Züchten von Tieren und Schilfernten im Winter aufgebaut ist.
Das Menschenleben im Donaudelta kann bis in prähistorische Zeiten zurückverfolgt werden, wie z.B. von der neolitischen Kultur der Sorte Hamangia (5000-3000 v.C.) beurkundet wird, die durch Tonstatuen wie Der denkende Mann oder Die sitzende Frau dargestellt wird. Der fürstliche Schatz, der in einem Grab bei Agighiol gefunden wurde, das Wohlhabendenfriedhof bei Murighiol und Enisala, die überreste einer Zufluchtsfestung bei Destepe sind Zeichen geto-dakischer Zivilisation.
Im Donaudelta werden Historiker oder Liebhaber der Geschichte und Kunst viele Spuren römischer, griechischer und byzantinischer Zivilisation und Kultur in den Ansiedlungen Chilia Veche, Enisala, Tulcea, Histria, Sulina, Babadag usw. vorfinden.
Das Donaudelta hat eine besondere ländliche Zivilisation, die aus Akkulturation zwischen den Rumänen und anderen ethnischen Gruppen wie Bulgaren, Ukrainer, Lipovenen sowie aus einer Mischung von Rumänen aus der Dobrudja mit Menschen aus anderen rumänischsprachigen Provinzen wie moldauische, siebenbürgische Hirten und Hochländer besteht.
Die verschiedenen Gruppen respektierten ihre Sitten, Traditionen, Religionen und Lebensstile gegenseitig, aber sie beeinflussten und interagierten miteinander. Beispielsweise, gleichgültig ob die Häuser rumänisch, bulgarisch, ukrainisch oder lipovanisch waren, so schauten die meisten von ihnen (80%) gleich aus, mit Schilfdächern, drei Zimmern und mit einem Vorraum, der zum Wohnzimmer und zum Flur hinzugefügt wurde.
Der Einfluss der slawischen Bevölkerung über die rumänische Wohnungsorganisation spiegelt sich in einem besonderen Element innerhalb des Hauses wieder, und zwar, die sogenannte lijanca, eine Art Bett aus Erde, die neben dem Ofen gestellt wurde, damit es in der Winterzeit mit Hilfe des cleveren Design und der Technik warm hält.
Für die Besucher des Donaudeltas, kann es eine einzigartige Lebenserfahrung und ein unvergessliches Vergnügen sein, die traditionelle Küche, die auf Fischprodukte aufgebaut ist, wie Fischborsch, Spießfisch, Marinade oder Fisch mit Knoblauchsose, Fischfleischbällchen "bespritzt" mit den feinsten Weine der Region, z.B. Niculitel auszuprobieren.