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Putna
Kloster Putna
Putna und ihre Umgebung waren eine Einsiedlung, lange bevor laut einer Sage, Stefan der Große seinen Pfeil schoß und beschloss, dass genau an der Stelle wo der Pfeil fiel, seine größte Bauleistung errichtet wird, und zwar das Kloster Putna.
Alte Chroniken schätzen den Bau des Klosters zwischen 1466 und 1469, während seine Einweihung im Jahre 1470 stattfand. Seine Errichtung wird mit der mittelalterlichen Tradition der regierenden Fürsten in Verbindung gebracht, die nach dem Aufstieg auf den Thron für gewöhnlich Klöster, Kirchen, Burgen bauten. In ähnlicher Weise gehörte auch Putna aufgrund ihren befestigten hohen Mauern und Türme, zum Verteidigungssystem, das von Stefan dem Großen entworfen wurde; dieser baute eine Reihe von Festungen wie z.B. Chilia oder Cetatea Alba , da er oft mit überfallenden Armeen konfrontiert war, wie die Türken, Tartaren, Polen, Kossaken oder Ungarn.
Die Kirche ist einfach und stark, mit Seilformen au ihren Fassaden, verdeckte Arkaden und Fenster in Kleeblattform. An der Innenseite, ist die Kirche eingeteilt in Vorraum, Eingangshalle, Begräbnisplatz, Hauptschiff und Apsis. Der fürstliche Friedhof ist ungewöhnlich groß 37 m lang, 11 m breit und 33 m hoch (einschließlich dem Glockenturm). In einem Teil des Friedhofes, der von zwei Säulen gestützt wird und mit einem Marmorschutzdach bedeckt wird, befindet sich das Grabstein von Stefan der Große. Auf dem Friedhof befindet sich ebenfalls das Grab seiner zweiten Frau, Maria von Mangop und das seiner dritten Frau Maria Voichita. Dort befinden sich die Gräber einiger Nachkommen von Stefan, von moldauischen Bischöfen und von Metropoliten, die zur Fürsorge und Erhaltung der Klöster beigetragen haben. Durch die Steinmeißelungen der Grabsteine und der Fenster- und Türrahmendekorationen wird ein gotischer Einfluss auferlegt, der durch Siebenbürgen/Transilvanien in die Moldau gelangt ist.
Zu seiner Zeit war das Kloster Putna ein blühendes kulturelles Zentrum. Seine Mönche kopierten Manuskripte, alte Chroniken und zierten religiöse Texte mit Miniaturen. In der ersten Hälfte des 16 Jh. wurden historische Chroniken der rumänischen Literatur beim Kloster Putna aufgesetzt und kopiert. Chronisten und Geistliche aus der Moldau wurden dort zwischen dem 15 und 16 Jh. ausgebildet.
Da die Kirche durch Krieg, Feuer und Erdbeben beschädigt wurde, musste sie mehrere Male restauriert werden, und zwar 1654, 1757, und in größerem Umfang von 1966-1988. Es scheint, dass die Kirche ursprünglich sowohl an der Innenseite als auch an der Außenseite bemalt war, aber leider ist keine der Fresken bis heute erhalten geblieben.
Das einzige, das seit dem 15 Jh. und von der Zeit wie unberührt erhalten geblieben ist, ist der Glockenturm der Schatzkammer, an der Westseite des Komplexes. Der Zugang zum ersten Stock des Glockenturmes wurde durch ein bewegliches Treppenhaus ermöglicht, welches im Falle einer Belagerung entfernt wurde.
Das Klostermuseum beim Kloster Putna ist eines der wertvollsten des Landes, mit kostbaren Gegenständen, die bis in die Zeit von Stefan der Große zurückgehen. Erwähnenswert sind unter anderen die Stickereien mit goldenen Fäden, die Wandteppiche, die Pergamentmanuskripte, die metalgebundenen Manuskripte, silberne Psalmenbücher, kirchliche Gegenstände und priesterliche Kleidung, Gemälde, Skulpturen, die spezifische Ikone, die von Stefan dem Großen in Kriegszeiten getragen wurde, das Selbstportrait von Maria von Mangop* usw.
Moldaus größter Herrscher, Fürst Stefan der Große, wurde von der Orthodoxen Kirche im Jahre 1992 heilig gesprochen, und wird seitdem jedes Jahr am 2. Juli als Heiliger gefeiert.
Bergauf und ein wenig nach Osten des Klosters ist ein eigenartig ausgehöhlter Fels mit einer Tür und einem Fenster, der angeblich die Zelle vom Einsiedler Daniil gewesen ist, der als nahestehender Ratgeber von Stefan der Große fungierte und dessen Name in Verbindung mit der Gründung des Klosters Sucevita gebracht wird (siehe weiter).
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*Maria von Mangop, die letzte Abstammende der byzantinischen Familie der Paleologen und zweite Frau von Stefan dem Großen, starb im Alter von 27 Jahren und hinterließ keine Nachkommen. Scheinbar war einer der Gründe, warum Stefan sie geheiratet hat, sein Ehrgeiz Kinder zu haben und mit einer berühmten adeligen Familie verwandt zu sein. Als ob sie ihren Tod vorausgesehen hätte, stickte die Fürstin Maria von Mangop ihr eigenes Leichentuch, ein seltenes Stück Arbeit auf roter Seide, das im Klostermuseum bewundert werden kann.




