Cd Romanian Travel Guide

Home > Plätze > Die Schwarzmeerkuste > Kloster der Wallachei > Curtea de Arges

Curtea de Arges

Kloster Curtea De Arges

 

Die Stadt Curtea de Arges liegt 38 km nordwestlich von Pitesti, am Fuße der Berge Fagaras, im Tal des Flusses Arges.

Schriftliche Dokumente dienen als Beweise der befestigten Stadt Arges seit 1330, eine Stadt, die während dem Mittelalter, die zweite Hauptstadt der Wallachei nach Câmpulung und vor Târgoviste gewesen ist. Die Festung Hof von Arges besteht aus einer Anzahl von Ruinen unter denen die Kellergeschosse zweier fürstlichen Residenzen im Inneren einer Mauer aus Felsbrocken, die aus dem Fluss getragen wurden und die älteste Kirche der Wallachei, die Fürstliche Kirche. Die Fürstliche Kirche wurde von Radu Negru, dem Gründer der Wallachei, auch als Basarab I bekannt ist und seinem Sohn Alexander gebaut. Ihre Vorderseite ist scheinbar aus Ziegelsteinen und Flusssteinen. Sie ist mit Freskenbilder, in der Tat die ersten Beispiele rumänischer Malerei (14 Jh.) geschmückt, die, wenn man die byzantinische Tradition beobachtet, sehr lebendig und personifiziert sind, und somit viel näher an dem Giotto-Kunststil ist, als an der starren Art der griechischen Meister.

Ein noch beeindruckendes Denkmal, die Bischofskirche, oder das Kloster von Curtea de Arges, wurde von Fürst Neagoe Basarab zwischen 1514-1517 gegründet, an der Stelle einer metropolitischen Kirche, die im 14 Jh. errichtet und durch die Erzbistum von Konstantinopel im Jahre 1359 anerkannt worden war.

Die Legende sagt, dass einmal ein sehr wohlhabender und religiöser wallachischer Fürst, der Schwarze Fürst, mit neun Maurern und deren Meister Manole geritten sind, um einen Platz zu für den Bau einer Kirche zu finden, die schöner sein soll als jede andere Kirche die man vorher gesehen hat. Die Maurer fingen an zu arbeiten, aber immer als sie die Spitze erreicht hatten, brachen die Wände zusammen bevor sie den Bau beenden konnten. Sie beschlossen dass, das erste menschliche Wesen, das sie erblickten, geopfert werden sollte, um ihre Arbeit vollenden zu können. Und so passierte es, dass die Frau von Manole erschien, um ihrem Ehemann das Mittagessen zu bringen, und dieser mußte sein Versprechen halten und seine eigene Frau lebendig innerhalb der Kirchenwände einmauern. Die Stelle dieses Einmauerns kann auch heute gesehen werden, zwischen zwei Wände der südlichen Vorderseite der Kirche. Auf dieser Weise konnte das Kloster beendet werden, und der Fürst war erfreut zu sehen, daß sie so schön. Doch der Fürst wollte nicht, dass Manole eine andere Kirche baut, die seine eigene übertreffen könnte. Er befahl, dass das Baugerüst entfernt werden sollte, um Manole auf dem Dach sitzen zu lassen. Bei dem Versuch zu fliehen, baute sich Manole aus Dachschindeln ein paar Flügel, aber sie waren unnützlich, so dass er wie Ikarus auf den Boden krachte und starb. Nach seinem Fall, ist an der selben Stelle eine Quelle entsprungen, die jetzt Manoles Brunnen genannt wird. Heute werfen die Menschen Münzen in sein Becken, damit ihre Wünsche in Erfüllung gehen.

Tatsächlich ist Neagoe Basarab (1512-1521) in der Geschichte als der Schwarze Fürst bekannt, sowie die Tatsache, dass der Name des Kirchenbaumeisters, den er von Nicosia brachte, Manole war. Auch nicht weniger wahr ist die Tatsache, dass der Fürst selbst die Konstruktion des Klosters von Anfang bis zu Ende überwachte. Die Kirche, die man heute sehen kann, ist nicht das Originalwerk Manoles von 1517 sondern ein Nachwerk von 1875-1876 durch den Franzosen Lecomte de Nouy, der all seine pseudo-maurischen Markenzeichen hinzugefügt hat.

So wie bei vielen anderen kulturellen Plätzen der Welt, vermischen sich beim Kloster Curtea de Arges die Legende mit der Wahrheit und bilden ein untrennbares Ganzes, und verleiht den historischen Fakten und Persönlichkeiten eine besondere Würze.

Das Kloster Curtea de Arges ist in Albesti-Stein und mit Marmor und Mosaik, der von Konstantinopel durch Neagoe Basarab (1512-1521) gebracht wurde, gebaut; es hat die harmonische Erscheinung einer orthodoxen Kirche Die Pronaos (auch ein Friedhof), das Hauptschiff und der Altar haben eine besondere Architektur und prächtige Verzierungen eine Kastenstruktur belebt durch Wirbel, Rosetten und phantasievolle Verzierungen, die sich in zwei achteckigen Türmen erheben, jeder von ihnen mit acht schmalen Fensterrahmen, jede geschmückt mit kleinen Sphären und ein dreiarmiges Orthodoxenkreuz. Die Dächer der vier Glockentürme sind scheinbar von einem Goldschmied gemacht worden, während die Ketten, die die Kreuze tragen, große Schmuckstücke zu sein scheinen.

Ein Gürtel, der als viergeteilter Seil in Stein gemeißelt worden ist, liegt um die Kirche herum und trennt die Außenwände in zwei Seiten, und zwar, die untere Seite, die mit rechteckigen, großen Tafeln mit steingemeißelten Rahmen und schmalen Fenstern geschmückt ist und die obere Seite, mit mehreren weitgeöffneten Wölbungen, die die Kirche einkreisen. Die Dekorationen der Scheiben, die die Wölbungen verbinden haben arabische, persische und georgianische Muster in grüne, blaue und goldene Farben.

Der Sekretär von Fürst Neagoe, Gavriil Protul sagte, dass die Schönheit dieses Klosters, die Klöster von Sion und St. Sofia, die von dem Kaiser Justinian gebaut wurden, in den Schatten stellen. Neagoe Basarab hoffte, dass seine Leistung ein Stück "Gottes Himmel" ist. Im Jahre 1654, ordneten ausländische Reisende das Kloster unter "Wunder der Welt"ein.

Fürst Neagoe Basarab starb ohne seinen "Tempel" vollendet zu sehen. Sein Schwiegersohn Radu von Afumati (1522-1529) übernahm das Werk und brachte Dobromir von Târgoviste, um die Innenwände zu malen (1526). Leider sind die restaurierten Bilder von 1875 des Bruders von Emile Lecomte de Nouy gegenüber den Originalbildern minderwertig. Teile der ursprünglichen Freskos, die von Dobromir gefertigt wurden, können im Kunstmuseum und im Nationalen Museum der Geschichte in Bukarest gesehen werden.

Im Laufe der Zeit wurde die Kirche aufeinanderfolgend durch Kriege, Plünderung, Erdbeben und Feuer beschädigt und während der Herrschaft von Fürst Matei Basarab (1632-1654), Serban Cantacuzino (1678-1688) und Bischof Iosif Sevastis am Ende des 18 Jh. restauriert.

Gleichgültig welche die Förderer und Künster waren, die diese Kirche entwarfen, sie bleibt beeindruckend durch ihre Votivbilder, durch ihre marmorierte vergoldete Bronze, durch ihre Onyx-Ikonostasis, durch ihre zwölf Säulen mit Blumenornament, die die zwölf Apostel repräsentieren. In der Pronaos befinden sich die Gräber der Gründer, Neagoe Basarab und Radu von Afumati, sowie die der ersten Paare Könige und Königinen von Rumänien (Carol I und Elisabeta, Ferdinand und Maria), somit ist diese Kirche nicht nur ein wunderschönes Denkmal rumänischer Kunst und Geschichte, sondern sie wurde auch als fürstlicher und königlicher Friedhof berühmt.