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Hurez

Kloster Hurez

 

Befindet sich 67 km von Râmnicu Vâlcea entfernt, am Fuße der Capatânii Berge und ist von grünen Wäldern umgeben. Das Kloster Hurez ist auf einem malerischen Hintergrund plaziert, dessen Frieden und Stille nur durch das Geräusch der Adlereulen (auf Rumänisch "hurez", was auch zu dem Namen des Klosters geführt hat) gestört wird.

Das Kloster Hurez nimmt einen besonderen Platz in der rumänischen Kunstgeschichte ein, weil es womöglich "das schönste Gebäude von ganz Rumänien" (Charles Diehl) und unbestreitbar das größte und vollständigste mittelalterliche Ensemble in der Wallachei ist. Als allererstes definiert es den Brâncovan Stil.

Das Ensemble, hochrepresentativ für beste rumänische Kultur, umfasst neben dem Kloster, die Kirchenklinik, gebaut von Maria, die Frau von Constantin Brâncoveanu (1696), und bemalt von den Meistern Preda Nicolae und Ianache, die Einsiedlerei Hl. Apostel, gebaut von dem Obergeistlichen des Klosters, Ioan der Archimandrat (1698) - sein Grab ist im Inneren der Hauptkirche -, und bemalt von den Meistern Iosif und Ion (1700), die Einsiedlerei St.Stefan, gebaut von Stefan, Brâncoveanus ältester Sohn (1703), und bemalt von den Meistern Ianache, Istrate und Hramite.

Die Konstruktionsarbeiten wurden zwischen 1690 und 1697 durchgeführt, und von zwei hohen Würdenträgern des Hofes Brâncoveanu überwacht, namens Pârvu Cantacuzino, ein Verwandter des Fürsten und Cernica Stirbei. Die Kunstmeister, welche die Kirche errichteten waren Manea für den Mauerwerk, Istrate für das Holzwerk und die Holzschnitzereien und Vucasin Caragea für das Steinschneiden und das Steinmeißeln. Sie sind alle auf einem Fresko im Kirchenvorraum gemalt. Die Innenfresken der Kirche und die Kirchenexedra wurden von den Malspezialisten Constantin, Ioan, Andrei, Stan, Neagoe und Ioachim angefertigt.

Das Kloster Hurez hat zwei Bereiche. Der Außenbereich hat starke Ziegelsteinmauern und ein ursprüngliches, durch Eisen gestärktes Tor, ein Glockenturm mit vier großen Glocken mit der Eingravierung des Namens Brâncoveanu, je mit einem Gewicht von zwischen 300 und 1,000 kg, und ein Einstöckiges Gebäude auf der rechten Seite. Der Innenbereich hat eine rechteckige Form und wird eingeschlossen an drei Seiten von einstöckigen Gebäuden mit Zellen auf zwei Ebenen, während die Ostseite eine hohe Wand vorzeigt, die typisch ist für diese Art von Klöstern. Die ehemalige fürstliche Residenz, die jetzt das Klostermuseum beherbergt, ist auf der Südseite plaziert; sie hat zwei große Säle mit Bogenwölbungen, und Halbsphären in langen Wölbungen, gestützt auf Denkmalsäulen, die an der Basis und an den Enden steingemeißelt sind.

Die Kapelle in der Mitte der Westmauer des inneren Bereiches wurde im Jahre 1697 errichtet; sie hat eine besondere harmonische und elegante Architektur, mit einem quadratischen Hauptschiff, einen achteckigen Kirchenturm mit acht Fernstern und ein halbkreisförmiges Sanktuarium. Die Fresken von Preda und Marin, die den Kaiser Constantin und seine Mutter Helena darstellen, die Förderer des Ganzen, zusammen mit Brâncoveanu und seiner Familie, sind gut erhalten. So ist auch die holzgeschnitzte Altarwand, mit vergoldeten und lebhaft gefärbten Verzierungen.

In der Mitte des zweitgenannten Bereiches befindet sich die "große Kirche", die mit ihren Größen imponiert 32 m lang, und 14 m breit. Sie ist eine vereinfachte Version der Kirche Curtea de Arges, (gegründet von Fürst Neagoe Basarab), mit einem Dreieckenplan und mit der klassischen Trennung aller orthodox religiösen Gebäuden, mit einem Vorraum, eine Kirchenexedra, ein Hauptschiff und ein Sankturarium. Die Eingangstür ist aus Birnbaumholz geschnitzt, mit einem Marmorrahmen, der mit Laub-, Sonnenblumen- und Kürbisblumenformen (Elemente, die typisch sind für die Brancovan Skulpturen sind) und mit der Darstellung des Wappens der wallachischen Fürstenfamilie Cantacuzins zusammen mit der Votivtafel der Kirche. Der Vorraum ist monumental, mit drei Halbsphären gestützt von drei Steinsäulen, die mit Laubformen an dem unteren Teil verziehert sind und mit korintischen Enden. Der Außenbereich der Kirche ist ein Nebenzweig des einfachen Architekturstils, der während der Herrschaft des Fürsten Matei Basarab angenommen wurde (1632-1654), einer der berühmnten Vorfahren Constantin Brâncoveanus. Die Fassaden sind in weiß bemalt und werden in zwei Teilen durch den traditionellen Gürtel mit Reliefblumenmotiven geteilt.

Auch das Refektorium, das Fresken aus dem Jahre 1705 aufbewahrt, sollte erwähnt werden sowie die Kapelle mit einem Kirchturm (1696-1706), und was heute als Meisterstück der Brancovan Skulptur gilt, der Feuerturm Dionisies (1753). Der von Meister Iosif steingemeißelte Feuerturm wird von Säulen und Geländer mit Stil-, Laub, Blätter- und Seilformenmulster gestützt. Dionisie Balacescu war der Name eines Obergeistlichen des Klosters und gelehrten Mannes, eines erleuchtenden Schülers der tatsächlich schon ein Jahrhundert davor die Vereinigung der Wallachei mit der Moldau vorausgesehen hatte ein Geländer des Feuerturmes trägt zusammen die heraldischen Wappenbilder der rumänischen Fürstentümer, wobei ein Rabe mit einem Kreuz in seinem Schnabel und ein Ochsenkopf dargestellt werden.

Die originalen Innenfresken stellen religiöse Szenen des Alten und des Neuen Testaments, und ökumenische Synoden getrennt durch Blumendekorationen in hellen Farben dar. Zusammen mit der religiösen Bildniskunst, kann man weltliche Themen finden wie das illustrierte Leben des Kaisers, dessen Name an den Erfolg des Christentums über die islamische Welt angeschlossen werden kann. Außerdem beweist die Bitte an Constantin den Großen, und die Homonymie der Namen zwischen dem wallachischen Fürsten und dem ersten christlichen Kaiser und Gründer von Konstantinopel die traditionelle dynastische Mentalität von Constantin Brâncoveanu. Seine ideale Stellung als Beschützer der östlichen Welt gegen die Türken wurde unterstützt von dem religiösem Stolz, aufgrund dessen Constantin Brâncoveanu aufgefordert wurde, die glorreichen Taten Constantin des Großen fortzuführen. Somit belebt Brâncoveanu die Tradition der militanten Malerei, die in der Wallachei während der Herrschaft von Neagoe Basarab und auch in der Moldau während der Zeit von Stafan den Großen und Petru Rares zu finden war.

Die am besten erhaltenen Originalbilder, die aus der Zeit 1705-1706 datieren, können im Nonnenrefektorium und im Hauptschif gefunden werden, wo sich eine gesamte Galerie von Portraits befindet Constantin Brâncoveanu, seine Frau und Kinder, zusammen mit ihren unmittelbaren Verwandten der Fürstenfamilien Basarab und Cantacuzin. Sie sind ein Beweis von Brâncoveanus Geschmack für heldenhafte Einstellung und überwältigende Prunkhaftigkeit, da das Purpurrot und das Gold, besonders luxuriöse Farben mit bekannter königlichen Nebenbedeutung, überwiegen.

Die Kirche wurde als fürstlicher Friedhof für Brâncoveanu und seine Familie entworfen, aber nun beherbergt sie nur das Grab einer der Töchter des Fürsten.

Der "Prinz aus Gold", wie die Türken ihn nannten, hatte einen gewaltsamen Tod am 15 August 1714, wurde Fürst Constantin Brâncoveanu, seine vier Söhne und sein Ratgeber von den Türken in Istambul geköpft. Ihnen zu Ehren, sprach sie die Synode der Rumänischen Orthodoxen Kirche als heilige Märtyrer und sie werden jedes mal am 16 August gefeiert.

Zwischen 1690-1872, war das Kloster Hurez eine Mönchengemeinschaft. In den Kriegszeiten, wurden die Mönche von den Türken und den österreichern belagert (1787-1792), und boten den Flüchtlingen Zuflucht. Tudor Vladimirescu, ein bekannter rumänischer Patriot, benutzte das Kloster Hurez als Verteidigungsfestung während der Revolution in 1821. Die Spuren zahlreicher Belagerungen sind hinter den Eisentoren des Klosters erhalten geblieben. In den Friedenszeiten, übersetzten die Mönche Bücher, sie kopierten und druckten Manuskripte. Sie hatten sogar eine Schule für das Kopieren von Manuskripten gegründet. Mancher ihrer Arbeiten werden in der Bücherei des Klosters aufbewahrt, die Anzahl streckt sich bis auf etwa 4.000 Bücher; scheinbar war Brâncoveanus humanistische Bücherei einzigartig im Süd-Osten Europas im 18 Jh. ähnlich entwickelte sich auch beim Kloster Hurez eine herausragende Malschule, die den rumänischen religiösen Stil im 18 Jh. stark beeinflusst hat.

Das von 50 Nonnen bediente Kloster ist besonders gut erhalten und verwaltet. Kleine Besuchergruppen (2-12) können hier Unterkunft finden, da das Kloster über brandneue 2-Sterne Einrichtungen verfügt.